Über uns

Der Verband aktiv-unabhängiger Frauen wurde im Jahr 1981 von Gewerkschafterinnen vorrangig aus dem Kreis der IG-Bergbau und Energie, als " Verband alleinstehender Frauen" (vaf) gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Marlies Kutsch, 1. Frauensekretärin der IG-Bergbau und Energie (1953-1979), 1. Bundesbeauftragte für Frauenfragen im Bundesfamilienministerium und Leiterin des Arbeitsstab Frauenpolitik (1979-81) und Heide Ott, zunächst hauptamtliche Gewerkschafterin bei der IG-Bergbau und Energie, ab 1990 Leiterin des Frauenbüros der Stadt Bochum und Leiterin des Landesprogramms "Regionalstelle Frau und Beruf, Region Mittleres Ruhrgebiet".

In der damaligen Zeit wurden Frauen im allgemeinen gesellschaftlichen Bewusstsein weniger als eigenständige Person, als vor allem in Bezug auf ihre Funktion als Ehefrau wahrgenommen. Die Rolle der Frau war vom Leitbild der Ehefrau und Mutter geprägt, deren gesellschaftliche Stellung sich vom Beruf und Einkommen des Ehemannes und "Ernährers" ableitete. Nicht die eigenständige Frau, die für sich steht und das, was sie denkt und tut, verantwortet, sondern "die Frau an seiner Seite", die "Frau von " bildete die Norm. Dies führte zu vielfältigen Diskriminierungen von alleinstehenden und allein erziehenden Frauen, sozial als auch materiell. Sie litten zudem unter der fehlenden gesellschaftlichen Anerkennung; lange Zeit wurde ihnen das Stigma der Einsamen, Verlassenen, der Egoistin angeheftet.

Von Anfang an hat es sich der Verband zur Aufgabe gemacht, gegen die vielfältigen Diskriminierungen alleinstehender Frauen in der Gesellschaft anzukämpfen.
Die besondere Weitsichtigkeit der Gründerinnen zeigte sich darin, dass sie den Kampf um die Anerkennung und Gleichstellung aller Lebensformen von Anfang an mit dem Gedanken der Eigenständigkeit von Frauen als Ziel und Grundlage des Zusammenschlusses verbanden.

Inzwischen hat sich ein tiefgreifender Wandel in unserer Gesellschaft vollzogen, insbesondere der Gedanke der Eigenständigkeit von Frauen findet in zusammenhang mit besserer Bildung und gestiegener Ererwebrstägiekit von Frauen größere Akzeptanz. Der Verband hat sich daher im Jahr 2000 umbenannt in "Verband aktiv-unabhängiger Frauen"(vaf).
Die Elemente, die von Anfang an das Selbstverständnis des Verbandes geprägt haben, sollen weiterhin zum Ausdruck kommen, nämlich: der Kampf um die Anerkennung aller Lebensformen, verbunden mit dem Gedanken der Eigenständigkeit und Unabhängigkeit als Chance und Bereitschaft, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. 

Mit den Worten von Brunhilde Raiser, damalige Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, anlässlich des 25 jährigen Bestehens des vaf: "Unabhängig wollen Frauen sein. Das ist nicht gleichbedeutend mit ungebunden oder bindungslos, sondern verbunden mit Werten wie der selbständigen Entscheidung von Frauen über ihre Lebensform, mit der Möglichkeit mit der eigenen Hände und des eigenen Kopfes Arbeit die eigene Existenz zu sichern und damit nicht angewiesen zu sein auf die Alimentation durch wen auch immer.... Diese.(traditionellen) Bilder sind in unserer Gesellschaft immer noch wirkmächtig. Ihnen entgegen zu wirken ..dazu bedarf es einer nicht geringen Aktivität"